Prof. Dr. Martina Schwanke
Karriere- & Life-Coach
Das Anschreiben-Upgrade: In 11 Schritten zur Einladung
von Martina Schwanke
Ein überzeugendes Anschreiben zu formulieren, ist heute scheinbar einfacher denn je: Im Internet finden sich zahlreiche Vorlagen und auch mit KI lassen sich innerhalb kurzer Zeit individuelle Textentwürfe erstellen. Doch diese Fülle an Hilfsmitteln macht ein gutes Bewerbungsanschreiben nicht automatisch leichter. Vorlagen bleiben häufig allgemein und auch KI-generierte Texte müssen sorgfältig auf eine bestimmte Stelle, das Unternehmen und das eigene Profil abgestimmt werden.
Dort, wo ein Anschreiben obligatorischer Bestandteil der Bewerbung ist, zählt vor allem eines: Es muss konkret, glaubwürdig und auf die angestrebte Position zugeschnitten sein. Allgemeine Formulierungen und austauschbare Standardtexte leisten das kaum. Wie Sie ein solches Anschreiben entwickeln, zeigt dieser Beitrag in elf Schritten.
Selbstanalyse durchführen
1. Schritt: Analyse der eigenen Stärken und Schwächen, des bisherigen Ausbildungs-/Berufsweges und der früheren Bewerbungsunterlagen mit Blick auf das Profil der ausgeschriebenen Stelle
Betrachte dein Anschreiben als erste Entscheidungsvorlage. Daher ist es sinnvoll, vorbereitend ein klares Profil zu entwerfen. Beantworte dir dabei die Fragen: Bist du auf alle wichtigen Punkte der Ausschreibung eingegangen? Warum solltest gerade du eingestellt werden?
→ Dadurch kannst du dem Unternehmen zeigen, dass du die gewünschten Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt.
Frühzeitiger Aufbau eines Kontaktnetzwerkes
2. Schritt: Frühzeitiger Aufbau eines Kontaktnetzwerkes
Nutze alle Möglichkeiten, dich über potentielle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zu informieren und persönliche Kontakte zu knüpfen. Neben Recherchen im Web und der Lektüre entsprechender Informationsmaterialien eignen sich Messen und die monatlichen (Online-)Stammtische oder Vortragsabende einschlägiger Berufsverbände.
→ So wird es dir möglich sein, dein Anschreiben an Entscheider:innen zu richten und Referenzen anzuführen.
Individuell gestalten
3. Schritt: Entwurf eines klaren, ATS-freundlichen Layouts
Erarbeite ein individuelles Layout für das Anschreiben, das je nach Berufserfahrung den Umfang von einer Seite (max. zwei Seiten bei langjähriger Praxis) nicht überschreitet. Wenn du darin nicht so geübt bist: Suche im Web nach einer Vorlage, die dir gefällt oder wähle eine Schreib-Agentur, die dir ein adäquates Design liefert. Achte bei Vorlagen darauf, dass das Design übersichtlich bleibt und von digitalen Bewerbungssystemen problemlos ausgelesen werden kann.
→ Auf diese Weise präsentierst du deinen Text in einem attraktiven Design und funktionalen Design.
Exakt recherchieren
4. Schritt: Vollständige Angabe der formalen Informationen.
Achte auf vollständige Daten wie Datum, Absender:in (inkl. Link zum LinkedIn-Profil), Betreff und Anlage(n). Recherchiere die korrekte Schreibweise des Firmennamens (mit eingetragener Rechtsform) und vergewissere dich, dass du diese Daten korrekt schreibst, insbesondere auch den Namen der zuständigen Ansprechperson.
→ Denke daran, den Brief mit einer persönlichen Anrede zu beginnen.
Aufhänger suchen
5. Schritt: Formulierung des Eröffnungssatzes – im besten Falle unter Bezugnahme auf vorherige Kontakte zum Unternehmen
Profitiere von deiner guten Vorarbeit und beziehe dich möglichst auf deine vorherige Kontaktaufnahme mit einer Vertreterin oder einem Vertreter des Unternehmens oder steig direkt mit deiner Motivation ein
→ So stellst du einen persönlichen Bezug her; der positive Einstieg ist gelungen!
Interesse wecken
6. Schritt: Betonung der wichtigsten Kenntnisse und Fähigkeiten, deines Mehrwerts für die ausgeschriebene Stelle sowie deine Zielbeschreibung
Positioniere dich fachlich durch ein Kurzprofil und nenne deine Ziele. Lege dar, welche Berufserfahrung du bislang gesammelt haben und welchen konkreten Mehrwert du für die Stelle mitbringst.
→ Dadurch erleichterst du der Firma die Entscheidung und einen Einsatz entsprechend deiner Qualifikation.
Ausbildung/Studium praxisbezogen darstellen
7. Schritt: Relevante Ausbildungs- und Praxiserfolge nennen
Skizziere deine Ausbildung/dein Studium in wenigen Sätzen unter den für die Ausschreibung relevanten Aspekten. Vermeide eine banale Wiederholung des Lebenslaufs.
→ So zeigst du, dass du in der Lage bist, komplexe Sachverhalte auf den Punkt zu bringen.
Zeitrahmen nennen
8. Schritt: Angabe des Anfangstermins, der Kündigungsfrist und ggf. der Gehaltsvorstellung
Nenne deinen frühestmöglichen Eintrittstermin sowie deine Kündigungsfrist. Gib bei einem Praktikum den exakten Zeitrahmen an. Wenn in der Stellenanzeige gefordert, nenne hier auch eine Gehaltsvorstellung.
→ Dadurch ermöglichst du der Firma eine präzise Planung und zeigst, dass du mitdenkst.
Abschluss positiv gestalten
9. Schritt: Schlusssatz in freundlich-verbindlichem Ton
Beende dein Anschreiben mit einer optimistischen Formulierung (Call-to-Action), die zeigt, dass du weiterführende Aspekte gern in einem persönlichen Gespräch vertiefen möchtest.
→ So initiierst du die weitere Kontaktaufnahme.
Persönliche Note hinzufügen
10. Schritt: Digitale oder handschriftliche Unterschrift
Denke daran, dein Anschreiben bei PDF-Uploads mit einem hochauflösenden Scan deiner eigenhändigen Unterschrift (Vor- und Zuname) zu versehen.
→ Dadurch erhält dein Anschreiben eine persönliche Note.
Unternehmensmappen anlegen
11. Schritt: Management der Bewerbungen
Lege für jedes Unternehmen einen Datei-Ordner oder eine Übersicht (Excel) an, um den Bewerbungsverlauf zu dokumentieren. Bestandteil dieses Ordners sind die recherchierten Materialien, die Stellenanzeige, das Anschreiben, der angepasste Lebenslauf, Zeugnisse bzw. ein aktueller Notenspiegel sowie Notizen zu Telefonaten mit Telefonnummern, Ansprechpersonen und Gesprächsinhalt.
→ Mit einem guten Ordnungssystem bist du jederzeit optimal auf Rückfragen und Vorstellungsgespräche vorbereitet und hast deine gesamten Bewerbungsaktivitäten im Blick.
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